Nordic Notes

Gajanas

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Aufregende Töne aus dem ganz hohen Norden Europas! Das neue Bandprojekt Gájanas (übersetzt bedeutet dies „Echo“) kommt aus dem obersten Zipfel Finnlands, und zwar aus dem Dorf Inari-Utsjoki mit seinen knapp über 1.000 Einwohnern. Die meisten davon gehören zum Volk der Samen. Gájanas spielen „nordische Sámi-Ethno-Progressive-Sounds“, wie sie es selbst beschreiben. Der traditionelle samische Joik passt übrigens bestens zu rockigen Klängen! Rhythmische Songs wie „Diamántadulvvit“ werden bereits von Rock-Radio-Stationen weltweit gespielt. Die erste Single „Diamántadulvvit“ ist im schwedischen Sapmi-Radiosender bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung unter die besten Songs des Jahres 2020 nominiert worden. Das Debütalbum „Čihkkojuvvon/Hidden“ erscheint am 6. Februar 2021, am Tag zur Feier der samischen Nation.

Die Mitglieder der Band sind Hildá Länsman, Nicholas Francett, Kevin Francett und Erkki Feodoroff. Beim renommierten finnischen Kaustinen Folk Festival wurden Gájanas bereits im Jahr 2017 zur Band des Jahres gekürt. In Norwegen heimsten sie kurz zuvor den zweiten Preis beim Sámi Grand Prix Song Contest 2016 ein.

Echos aus der samischen Tradition treffen bei Gájanas auf die Gegenwart des Jahres 2020. So entsteht ein Dialog zwischen der traditionellen und der modernen Sámi-Musik. Was Tradition und Moderne in Inari-Utsjoki aber gemeinsam haben, ist die starke Naturverbundenheit aller samischen Musiker.

Bei den Mitgliedern von Gájanas handelt es sich teils um „alte Bekannte“, die in den vergangenen Jahren bereits Veröffentlichungen auf Nordic Notes herausgebracht haben: Hildá Länsman musiziert mit ihrer Mutter Ulla Pirttijärvi beim Duo Solju. Gemeinsam mit der finnischen Nachwuchs-Akkordeonistin Viivi Maria Saarenkylä spielt Länsman zudem beim Folk-Duo Vilda. Hildá Länsman ist in der finnischen Folk-Szene bestens vernetzt: Sie hat an der traditionsreichen Sibelius-Akademie in Helsinki am Studienbereich Global Music studiert, wo man großen Wert auf die Pflege der reichen Folk-Tradition des Landes legt. Die Studentinnen und Studenten setzen sich hier aber auch intensiv mit anderen musikalischen Stilen auseinander. So hat Hildá Länsman auch bulgarischen Gesang studiert und dessen Rhythmen mit den Joik-Traditionen ihrer Heimat vergleichen können. Auch das Erlernen des E-Basses gehörte hier zu den Studieninhalten.

„Die Dunkelheit der Polarnacht und der Glanz der schimmernden Mitternachtssonne: Wir leben in einem Land der großen Kontraste. Wir gedeihen in dieser Umgebung, die uns unsere gemeinsame Mutter, die Erde, uns zur Verfügung gestellt hat. Die großen Kräfte der Natur und der Zyklus der acht Jahreszeiten sind ein wesentlicher Teil unseres Lebens. Dennoch müssen wir unsere Geburtsorte verlassen, um unseren Horizont und unser kulturelles Wissen zu erweitern“, schreiben Gájanas im Booklet.

Und fügen hinzu: „Während dieser Reisen haben die von verstädterten Menschen geschaffene Welt und die alten traditionellen Wege in uns Konflikte geschaffen, die aufeinanderprallen und eine sehnsüchtige Suche nach Ganzheit erzeugen. Gájanas bilden einen kulturellen Verschmelzungsprozess aus dem Norden. Dieser bringt die Echos aus der Vergangenheit in die Gegenwart, reflektiert sie und lässt sie mitschwingen. Gájanas halten die Balance zwischen diesen beiden Welten, indem sie zuhören und beobachten, während sie unaufhörlich nach tieferen Wegen suchen um wie die Flüsse zu werden, die alle in denselben großen Ozean münden.“

Discografie

  • Čihkkojuvvon – Hidden

    Čihkkojuvvon – Hidden

    Erscheinungsjahr: 2021

    Katalognummer: NN147

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