Solju

Solju

Solju

Photocredit: Marja Helander
Traditionelle Sami-Musik mutig ins Hier und Jetzt bringen: Solju aus Finnland haben sich viel vorgenommen! Solju, das sind Ulla Pirttijärvi und ihre Tochter Hildá Länsman. Die beiden Musikerinnen sind nach allen Seiten hin offen: So ist es ihnen gelungen, für ihren ersten Longplayer „Ođđa Áigodat“ (übersetzt: neue Zeiten) ausgerechnet Janne Burton Puutinen für die Synthies zu gewinnen. Puutinen kennt man in Finnland und anderswo vor allem als Tastenmann der kommerziell sehr erfolgreichen Love-Metal-Band HIM. Außerdem bei der Produktion mit dabei: Die Streicher des tschechischen National-Sinfonieorchesters.
Solju bedeutet übrigen in der Übersetzung die Brosche, welche die Samen zu ihrer traditionellen Tracht tragen. Das Duo verbindet sei kulturelles Erbe, die nordsamische Sprache und den Joik-Gesang, mit neuen und innovativen Ansätzen. Moderne Percussion-Elemente, Glockenspiel und Synthies: Davor haben Solju rein gar keine Scheu! Und sie flirten in ruhigen Tracks wie dem balladigen „Suoivaniid Eatnamii“ hörbar mit dem Elfenpop.
Mutter und Tochter sind aber gleichwohl stolz auf ihre tiefe Verwurzelung in der Sami-Kultur und wollen es der Welt auch zeigen. Wie beschreiben sich Solju selbst in fünf Worten? Lebendig, bunt, originell, ätherisch und erdig!
Das Mutter-Tochter-Duo besteht seit dem Jahr 2014. Zuvor waren die beiden Musikerinnen bereits bei den Folkensembles Ulda und Frode Fjellheim aktiv. Beide sind mit der Tradition der Rentier-Zucht aufgewachsen und stammen aus dem entlegenen Örtchen Angeli in Nordfinnland hart an der Grenze zu Norwegen. Die Entfernung zur nächsten Schule und zum nächsten Supermarkt beträgt 65 Kilometer! Die Musikerinnen wurden schon in frühester Kindheit mit dem Joik-Gesang vertraut gemacht. Beiden ist es ein Herzensanliegen, die samische Sprache und Kultur zu pflegen.
Die elf Songs des Debütalbums beschäftigen mit Mythologie und Lebensstil des Nordlapplands, des traditionellen Kernlandes der Samen. Dieses umschließt Schweden, Norwegen, Finnland und auch Russland. Die ursprüngliche Sprache der Samen, die wir hier auf dem Album hören, ist mit dem Finnischen und Ungarischen verwandt. Solju nehmen die Hörer mit in die weißen Weiten der Tundra und laden uns ein, gemeinsam mit ihnen an der traditionellen Feuerstelle Lávvu zu sitzen und den alten Geschichten zu lauschen. Und den neuen: Denn die Herausforderungen, denen sich die Sami-Kultur stellen muss, sind gewaltig: Klimawandel, neue Fischereiabkommen, riesige neue Bergbauvorhaben im rohstoffreichen Norden, neue Eisenbahn-Projekte, Windparks und auch der zunehmende Tourismus: Sie alle bedrohen den traditionellen Lebensraum der Samen.
Im Titelsong geht es um die Furcht, die eigene Identität zu verlieren: Denn wenn die Erinnerungen schwinden, dann hören die Samen als indigenes Volk auf zu existieren.
“Flieg und sing meinen Vogel. Sag der Welt, was wir zu sagen haben.“

Discografie

  • Ođđa Áigodat (New Times)

    Ođđa Áigodat (New Times)

    Jahr: 2018

    Katalognummer: NN109

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